HDRI als Lichtquelle – Stimmungsvolle Renderings

Sind Sie schon mal von der Stimmung eines Bildes mitgerissen worden? Oder kennen Sie das Gefühl, genau zu wissen, wie es sich beim Knipsen eines Fotos für den Fotografen angefühlt haben muss? Erdrückt von der Hitze, bibbernd vor Kälte, laut angesichts einer feiernden Gesellschaft oder still inmitten des Nirgendwos?

Doch was genau ist es an einem Bild, das einen emotional anspricht? Das Motiv, klar, aber kann nicht auch ein Motiv auf ganz unterschiedliche Weise interpretiert werden? Warum fühlen wir uns beim Anblick mancher Bilder wohl, bei anderen eher weniger?

Es ist sicherlich nicht die Antwort auf alles, aber zweifelsohne ein entscheidender Faktor: LICHT.

Licht ist nicht gleich Licht

Jede Lichtquelle hat ihre eigene Farbe, kann stark auf ein Objekt ausgerichtet oder diffus sein, warm oder kalt. Wir alle haben – mehr oder weniger bewusst – ganz eigene Präferenzen, was die Farbtemperatur angeht. Und diese können sich je nach Stimmung oder auch von Raum zu Raum unterscheiden.

Wenn ich ganz ehrlich bin, sehe ich die frischen Fische inmitten der Fischtheke lieber in einem kühlen Licht als mich in der Damenumkleide. Das ist nämlich ein Ort, wo ich mir als Kundin gerne etwas „vormache“ und mich von warmem, weicherem Licht umschmeicheln lasse. ;) Das Gefühl während der Anprobe nehme ich als entscheidendes Argument mit in die „Kauf-oder-Nichtkaufentscheidung.“Licht macht den Unterschied
Licht macht den Unterschied – das gilt für die Darstellung von Produkten (Stichwort Produktfotografie) ebenso wie für Porträtaufnahmen und Inneneinrichtungen. Wie möchten Sie sich sehen, wenn Sie in den Spiegel schauen? Und in welchem Licht sollen die Räume Ihrer Planung erscheinen? Quelle

Wer etwas über die Wirkung von Farbtemperaturen weiß, der adaptiert das für die Gestaltung von Arbeits- und Lebensräumen: kühles Licht ist biologisch anregender und somit bestens geeignet für Räume, in denen kognitive Leistungen erbracht werden. Wer hingegen einen Rückzugsort sucht, um sich fallen zu lassen und zu entspannen, der wählt instinktiv eine „wärmere“ Umgebung.

Und nun komm ich endlich zum Punkt: Solch eine Grundstimmung lässt sich auch in einem Rendering festhalten ohne zuvor an den Parametern aller verplanten Leuchten zu drehen. Das Zauberkürzel hierfür heißt HDRI.

DR, HDRI – ein bisschen Backgroundwissen

Leuchten ist nicht gleich Leuchten: Während wir uns in umgebender Dunkelheit von den Rücklichtern eines Autos lediglich geblendet fühlen, könnten wir das Leuchten einer Atombombe beispielsweise gar nicht ohne Schutzbrille ertragen und auch der direkte Blick in die Sonne tut weh. Diese Helligkeitsunterschiede bezeichnet man als Dynamic Range (DR).

HDRIs (High Dynamic Range Images, HDR-Bilder) sind kurzgesagt Bilder mit höherem Dynamikumfang und Kontrast. Detailreicher als „normale“ Bilder können sie ebendieses breite Spektrum von Helligkeit abbilden, welches wir in natürlicher Umgebung vorfinden.HDRI als Lichtquelle
Solche Bilder sehen nicht nur toll aus, sondern enthalten auch wertvolle Lichtinformationen, die als Beleuchtungsquelle für eigene Renderings genutzt werden können. Quelle

HDRI als Lichtquelle im Raumplaner

Der OSPRay-Renderer im pCon.planner bietet die Möglichkeit, ein HDR-Bild  als Lichtquelle für ein Rendering zu verwenden. Möchten Sie Ihr Setting in Kaminlicht tauchen, dann können Sie beispielsweise ein HDRI eines Kamins, Vulkans oder auch Sonnenuntergangs hochladen. Soll die Atmosphäre lieber kühler bleiben, empfehlen sich Schneelandschaften oder reißende Flüsse.

Hierfür öffnen Sie einfach den Renderdialog wie gewohnt, wählen OSPRay als Renderer und dann den Eintrag „HDRI Licht“ an. Nun können Sie ein lokal gespeichertes Bild Ihrer Wahl laden. Kleine technische Tipps dazu sowie weitere Detaileinstellung zum OSPRay für diejenigen, die einfach nicht genug bekommen, gibt’s hier.

Wo Sie HDR-Bilder herbekommen? Im Internet finden sich einige Plattformen, die HDRIs zum Download anbieten. Eine ist zum Beispiel die HDRI-Hub.com.

Kleiner Tipp und unbegrenzte Möglichkeiten

Das geladene HDR-Bild wird NICHT automatisch als Hintergrundbild angezeigt, sondern beeinflusst tatsächlich „nur“ die Ausleuchtung des Bildes und somit die globale Grundstimmung desselben. Natürlich können Sie das Bild zusätzlich auch als Hintergrundbild hochladen – oder aber, und hierin liegt ein kleiner Zauber, Sie wählen Hintergrundbild und HDRI unabhängig voneinander. So individualisieren Sie Ihr Setting auf vielfache Weise: Sie bestimmen mit dem Hintergrund die Location Ihrer Planung – Stadt, Land, Unterwasser, über den Wolken, auf dem Mond – und vermitteln mit dem HDRI gezielt ein Raumgefühl.
HDRI als Lichtquelle – Stimmungsvolle Renderings Rendering Präsentation HDRI

Für die Beleuchtung dieser Szenen wurde jeweils ein anderes HDR-Bild verwendet, bei ansonsten gleichen Einstellungen. (li) HDRI und Hintergrundbild stimmen überein. (re) Hintergrundbild einer Schneelandschaft, HDRI eines Sonnenuntergangs.

Das perfekte Rendering?

Die Nutzung von HDR-Bildern erlaubt die schnelle und effiziente Beleuchtung von virtuellen Szenen und ein einfaches Compositing. Globale „Stimmungsbeleuchtungen“ gelingen einfacher als bisher, aber am Ende bleibt wie so oft: Für das perfekte Rendering muss man – ähnlich wie bei der realen Inneneinrichtung – an vielen Schrauben drehen, denn das Auge sieht alles: Produkte, Farben, Materialien, Lichtakzente.

Wer zum Profi in Sachen virtueller Beleuchtung und Highend-Renderings werden möchte, für den schneidern wir gerne ein individuelles Trainingsangebot!

Und wie immer gilt: Wir freuen uns über Ihre Planungsbeispiele! Also.. immer her damit! :)

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