Ein Hochbett in Theorie und Praxis

Der Platz in meiner ehemaligen Studenten-WG wurde immer knapper und so entschloss ich mich Mitte Juli dieses Jahres umzuziehen. Nachdem ich erfolgreich eine Wohnung gefunden hatte, stellte ich mir die Frage, wie ich mein neues Domizil einrichten sollte. Also habe ich zunächst den Grundriss meiner Wohnung in unserem 3D-Raumplaner nachgebaut, die Möbel, soweit ich sie schon hatte, als 3D-Modelle heruntergeladen und das Ganze entsprechend meiner Vorstellung platziert.

Naja, dachte ich, besonders individuell wird’s wohl nicht aussehen und außerdem, viel Stauraum hast du auch nicht. Hm, wie wär’s denn mit einem Hochbett? Gesagt, getan. Mal schauen, wozu der pCon.planner fähig ist, vielleicht muss ich am Ende doch wieder auf Papier und Bleistift zurückgreifen.

Dazu muss ich sagen, dass ich bereits über ein Bett verfüge, das in eine Hochbettkonstruktion integriert werden sollte.

Nach einigem Probieren war klar: der pCon. planner packt das. Da ich, wie viele Menschen, die in Städten leben, nur über einen äußerst geringen Vorrat an brauchbarem Werkzeug verfüge, habe ich die Maße meines Bettes im Vorfeld erfasst und mit der Gestellkonstruktion in der Software abgeglichen, sodass ich mir am Ende genaue Balkenlängen schneiden lassen konnte… Soweit die Theorie.

Jetzt ging’s an den Bau: Holzbalken, Schrauben, Dübel, Leim, eine vernünftige Bohrmaschine, lockere Musik und einen guten Freund; mehr braucht man nicht, um Projekte dieser Art umzusetzen. Nach ungefähr 2,5 Stunden stand das Grundgerüst, so, wie Ihr es im ersten Bild sehen könnt.

Erstes Arbeitsergebnis nach 2,5 Stunden. Das Grundgerüst steht.

In der Konstruktionsphase hatte ich die Idee, alle vier Bettpfosten gleich hoch zu machen… Warum eigentlich?

Naja, schnell habe ich gemerkt, dass es in der Praxis doch etwas anders ist als am Computer und dass mir durch die hochstehenden Kanthölzer ein Stück des Raumes verlorengeht. Kurzerhand haben wir zwei davon abgeschnitten.

Ich kenne weder offizielle Statistiken noch im näheren oder weiteren Bekanntenkreis jemanden, der jemals aus einem Hochbett gefallen wäre, aber das ist ja immer so eine Sache: wahrscheinlich ist es nicht, aber dennoch möglich. Also wurde zunächst wieder der pCon.planner genutzt und ein Geländer konstruiert, anschließend Holz besorgt und am Bett angebracht.

Soweit so gut, das Gestell war fertig. Jetzt kam die Stunde der Wahrheit: Würden Gestell und Bett zusammenpassen, habe ich alles richtig vermessen oder doch das ein oder andere übersehen? Was, wenn das Gestell zu kurz oder zu lang war? Es fiel mir ein Stein vom Herzen, denn alles passte – zunächst konnte ich es gar nicht glauben, aber tatsächlich: es passte wirklich!

Im zweiten Bild seht Ihr die „verheirateten Teile“, das dunkle Bett mit seinem hellen Unterbau und dem Geländer.

Das fertige Hochbett mit Geländer.

Tolle Sache, alles hatte geklappt.

Da gute Freunde sich manchmal nicht nur im Bau von Hochbettgestellen, sondern auch mit dem Rendern von Bildern auskennen, ist die Idee geboren, das von mir konstruierte Bett durch die im pCon.planner integrierte Rendering-Engine zu schicken. Da meine Wohnung ja bereits als Planung existierte, waren einige Voraussetzungen bereits erfüllt, um ein gutes Ergebnis zu erhalten.

Der Mix aus ein wenig Know-How, Geduld und einem leistungsfähigen Computer haben schließlich das folgende Bild entstehen lassen. Nicht schlecht, oder?

Das fertige Hochbett als gerendertes Bild.

Soweit die Story zu meinem Hochbett. Ich habe gemerkt, dass gute Planung im Vorfeld einem Zeit und Arbeit spart; und vor allem, dass Theorie und Praxis nicht immer ganz soweit auseinanderliegen müssen.

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3 Antworten auf Ein Hochbett in Theorie und Praxis

  1. 2. Februar 2013 um 20:44 Stefan sagt:

    Hallo Micha,

    das Bett sieht wirklich super aus !! Weißt Du zufällig noch, was da alles in allem ungefähr an Materialkosten angefallen ist ? Und was ist das für ein Holz und welche Maße habe die dicken Balken ?
    Wäre super, wenn Du mir dazu was zukommen lassen könntest.
    Ich danke Dir schon mal im voraus :-) ) Also dann, mach´s gut !

    Mit freundlichen Grüßen
    Stefan

    • 4. Februar 2013 um 10:52 Micha sagt:

      Hi Stefan,
      zum Bau habe ich unbehandeltes Fichtenholz verwendet, weil es sich einfach verarbeiten lässt und auch nicht zu schwer ist. Die Balken sind im Querschnitt 9cm x 9cm stark. Ich kann es nicht ganz exakt sagen, aber die Materialkosten betragen ca. 450 Euro. Da sind dann auch schon die Schrauben dabei – insgesamt 16 Stück.
      Beste Grüße,
      Micha

  2. 8. September 2017 um 10:00 Ingo B. sagt:

    Hey Micha,

    Dein Hochbett ist echt stylisch geworden. Aber du schreibst bezügl. Holz, dass du unbehandelte Fichte verwendest. Wenn du nicht in einem weiteren Arbeitsschritt das Holz behandelst, wird auf Jahre gesehen, der Prozess der Vergrauung einsetzen. (langsam aber sicher) Ist mir vor Jahren im Schlafzimmer mit meinen Kästen passiert und naja, ist dann echt Geschmacksache … ;)